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Wirtschaft & Politische Bildung

Am Theresianum setzen wir seit vielen Jahren bewusst einen Schwerpunkt auch auf Themenfelder, die in der AHS oft zu kurz kommen. So können interessierte Schüler:innen bei uns im Wahlpflichtfach „Wirtschaft“ betriebswirtschaftliche Kompetenzen erwerben, die weit über den AHS Lehrplan hinausgehen. Im Model European Parliament, an dem Schüler:innen im Rahmen der unverbindlichen Übung „Politische Bildung" teilnehmen, trainieren die Jugendliche die strukturierte Debatte, vertreten ihre Standpunkte und lernen, unterschiedliche Interessen in tragfähigen Kompromissen zusammenzuführen.

Wahlpflichtfach „Wirtschaft"

Fragen wie:
„Wer haftet in einer Kommanditgesellschaft?“,
„Wann wird der Break-even-Point erreicht?“ oder
„Verfügt ein Unternehmen über ausreichend Eigenkapital?“
stellen für unsere Schüler:innen keine Hürde dar – sie sind Teil ihres erworbenen Fachwissens.

Bereits in der 6. Klasse erlangen die Teilnehmer:innen fundierte betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse und haben die Möglichkeit, diese in einer externen Prüfung durch den Erwerb des EBC*L-Führerscheins (European Business Competence Licence) offiziell zu zertifizieren. In der 7. Klasse wird dieses Wissen gezielt vertieft und praktisch angewendet – unter anderem im Rahmen des internationalen Projekts „Business@School“.

Business@School ist eine Initiative der renommierten Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG). Ziel ist es, Oberstufenschüler:innen in mehreren europäischen Ländern sowie in den USA und Singapur wirtschaftliche Zusammenhänge praxisnah und realitätsbezogen näherzubringen und sie optimal auf Ausbildungs- und Berufswelt vorzubereiten.

Im Verlauf eines Schuljahres arbeiten die Teilnehmer:innen in Teams von vier bis sechs Personen. Zunächst analysieren sie große internationale Konzerne, anschließend kleine und mittlere Unternehmen. Höhepunkt des Projekts ist ein europaweiter Wettbewerb, bei dem jede Gruppe eine eigene Geschäftsidee entwickelt und einen Businessplan bis zur Umsetzungsreife ausarbeitet.

Eine digitale Projektplattform bietet Zugang zu modernen Lernmaterialien, während Diskussionsforen den internationalen Austausch mit Schüler:innen aus anderen Ländern ermöglichen. Für einen starken Praxisbezug sorgen ehrenamtlich engagierte Berater:innen der BCG, die die Teams begleiten. Die Ergebnisse werden öffentlich präsentiert, von einer Fachjury kritisch hinterfragt und nach klar festgelegten Kriterien bewertet. Auf internationaler Ebene erfolgen Präsentationen und Jurygespräche in englischer Sprache.

Business@School fördert damit nicht nur wirtschaftliches Verständnis, sondern auch Team und Projektarbeit, Kommunikations, Recherche und Präsentationskompetenzen. Gleichzeitig verlangt das Projekt ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Kreativität, Eigeninitiative und Zeitmanagement.

Für das Theresianum ist Business@School seit Jahren eine echte Erfolgsgeschichte: Unsere Schüler:innen erreichen im internationalen Wettbewerb regelmäßig Spitzenplätze und konnten den Wettbewerb bereits mehrfach für sich entscheiden.

Das zweijährige Wahlpflichtfach Wirtschaft ist eigenständig maturabel.

Model European Parliament (MEP)

Das Model European Parliament (MEP) wurde ins Leben gerufen, um bei Jugendlichen in Europa ein tiefgehendes Verständnis für europäische Zusammenhänge sowie ein starkes europäisches Bewusstsein zu fördern. Seit 1994 bietet das MEP jungen Menschen die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln, über nationale Grenzen hinweg zu kommunizieren und aktiv an der Gestaltung des Europas von morgen mitzuwirken.

Die internationalen MEPSitzungen (www.mepeurope.eu) befassen sich mit zentralen europäischen Fragestellungen, während sich die euroregionalen Sitzungen verstärkt mit Themen der Regionen Mittel, Süd und Osteuropas auseinandersetzen (www.mepcsee.eu).

Die Nationale Sitzung des Model European Parliament ermöglicht jährlich vier Jugendlichen pro Bundesland, innerhalb eines österreichischen Gremiums europäische Themen zu bearbeiten, Lösungsansätze zu erarbeiten, diese im Plenum zu diskutieren und formal zu verabschieden. Die nationale Sitzung findet jedes Jahr Ende Jänner statt und stellt zugleich einen Qualifikationswettbewerb für die Teilnahme an internationalen EU28+MEPSitzungen sowie euroregionalen Tagungen dar. Erfolgreiche Teilnehmer:innen werden Mitglied der österreichischen Delegation.

Da Fremdsprachenkompetenz, insbesondere in Englisch, eine zentrale Rolle spielt, tagen sowohl das nationale als auch das internationale MEP ausschließlich in englischer Sprache. Durch die realitätsnahe Simulation der Arbeitsweise des Europäischen Parlaments erhalten die Jugendlichen einen fundierten Einblick in den europäischen Gesetzgebungs- und Integrationsprozess. Gleichzeitig wird das Bewusstsein für eine gemeinsame europäische Identität gestärkt.

Besonderer Wert wird auf die Vielfalt der europäischen Sprachen, Kulturen und regionalen Identitäten gelegt – in der Überzeugung, dass Vielfalt nicht trennt, sondern Denken, Lebensweisen und Perspektiven bereichert.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Schüler:innen im Alter von 16 bis 19 Jahren.

Jedes teilnehmende Land entsendet eine Delegation von fünf bis zehn Jugendlichen, auf nationaler Ebene vier pro Bundesland, an den jeweiligen Sitzungsort. Die Arbeitssprache ist Englisch. Jedes politische Gebiet bearbeitet dabei einen eigenen thematischen Schwerpunkt, der in Komitees intensiv diskutiert wird.

Ehemalige MEPDelegierte übernehmen die Moderation der Sitzungen. Zusätzlich werden eine Präsidentin bzw. ein Präsident sowie zwei Vizepräsident:innen für die Vollversammlung gewählt. In der Plenarsitzung werden die in den Komitees erarbeiteten Resolutionen präsentiert, diskutiert, durch Änderungsanträge weiterentwickelt und schließlich verabschiedet.

Die Ergebnisse der Sitzungen werden anschließend dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission übermittelt.

Voraussetzungen

Teilnehmer:innen sollten mitbringen:

  • ausgeprägte soziale und kommunikative Kompetenzen,
  • Freude an Diskussion und rhetorische Fähigkeiten,
  • sicheres Auftreten,
  • Grundkenntnisse über die Europäische Union,
  • sowie gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift.

Vorbereitung und Ablauf

Während der Sitzungsperiode sind die Delegierten bei Gastfamilien untergebracht, was ihnen ermöglicht, das jeweilige Gastgeberland nicht nur politisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich intensiv kennenzulernen. Ergänzend zu den parlamentarischen Debatten trägt ein begleitendes kulturelles Rahmenprogramm dazu bei, den internationalen Austausch zu vertiefen und Begegnungen über nationale Grenzen hinweg zu fördern.