Bibliotheca Theresiana
Die im Jahr 1749 errichtete Barockbibliothek zählt unumstritten zu den schönsten historischen Räumlichkeiten der Theresianischen Akademie. Die Räume verströmen den Charme von jahrhundertealtem Wissens und beherbergen Zeitzeugnisse aus vergangenen Epochen.
Auf etwa 300 m2 Fläche erstreckt sich die Bibliotheca Theresiana in insgesamt vier Sälen. Den Grundstock bildete die sogenannte Garellische Bibliothek, die auf den Leibarzt Kaiser Karls VI. und späteren Hofbibliothekar, Pius Nikolaus Garelli (1670-1739), zurückgeht. Knapp 10.000 Bände umfasste die Schenkung, die 1749 die Bücherregale füllte, jedoch bereits 35 Jahre später, veranlasst durch Kaiser Joseph II, an die deutsche Universtät Lemberg abgegeben wurde. Erst nach der Wiedereröffnung der Theresianischen Ritterakademie im Jahr 1797 und auf Betreiben Kaiser Franz I. erhielt die fortan genannte Bibliotheca Theresia 6.300 Duplikate aus der k.k. Universitätsbibliothek. Der Bestand wurde stetig durch interne Publikationen, Ankäufe und Schenkungen erweitert.
Heute beherbergen die Räumlichkeiten:
- etwa 47.000 Drucke des 16. bis frühen 20. Jahrhunderts
- 95 Handschriften
- vier Inkunabeln (erste Bücher und Broschüren, die in den Anfängen des Buchdrucks hergestellt wurden)
- eine numismatischen Sammlung
- Grafik- und Kartensammlung
- Daniel Lipperts Daktyliothek
Darüber hinaus bietet die Bibliothek zwei altägyptischen humanen Mumien sowie einem Mumienkrokodil die letzte Ruhestätte.
In den Anfangsjahren des theresianischen Schullebens war die Bibliothek den adeligen Zöglingen des Hauses für das Studium vorbehalten. Heute ist die Bibliotheca Theresiana aufgrund der Vergänglichkeit der Objekte nur noch bei Führungen und für wissenschaftliche Forschung zugänglich.
Die Geschichte der Bibliotheca Theresiana - von ihren Anfängen bis in die Gegenwart - wurde von unserer Bibliothekarin, Mag.ª Katharina Bočkayová erstellt und kann hier im Detail nachgelesen werden.